Mediation im Sport – Warum eigentlich nicht viel öfter?

Mediation ist eine immer beliebtere Möglichkeit der außergerichtlichen Konfliktlösung. Der Mediator führt die Parteien durch die einzelnen Phasen der Mediation an deren Ende eine einvernehmliche Lösung steht, die die Parteien eigenverantwortlich für sich und den anderen gefunden haben. Für den Sport eignet sich die Mediation insbesondere deswegen so gut, weil die Sportler, Vereine, Clubs oder Verbände zumeist auf Dauer miteinander in irgendeiner Form verbunden sind. Sie müssen also auch nach überwundenem Konflikt weiter miteinander arbeiten, spielen oder sich zumindest in die Augen schauen können…..Genau dazu führt die Mediation, da am Ende keine auf- oktroyierte Entscheidung eines Dritten – in den meisten Fällen eines Richters – steht, sondern eine Lösung, die die Parteien selber und gemeinsam gefunden haben. Also: Nur Mut zur außergerichtlichen Konfliktbeilegung!

Fitnessstudios und Haftung…….Der Leistenbruch geschah an der Beinpresse

„Ich geh heute Abend noch zum Sport“ heißt es oft, wenn der mehr oder wenige regelmäßige Gang ins Fitnessstudio ansteht. Klar, Training im Fitnessstudio ist Sport! Trotzdem unterscheidet es sich juristisch von den meisten anderen unserer sportlichen Betätigungen. Denn der Sportler wird nicht Mitglied in einem Verein, sondern schließt einen privatrechtlichen Vertrag mit dem rein auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Studio ab. So finden sich im Umfeld dieser Verträge auch so genannte AGB`s der Studios wieder: Das „Kleingedruckte“ also……Darin wird oftmals jegliche Haftung der Studios für Verletzungen beim Training ausgeschlossen. Ob ein derartiger Haftungsausschluss erlaubt ist, muss im Einzelfall anhand einer AGB-Prüfung angeschaut werden. In AGB`s darf aber zumindest nichts geregelt sein, was den Kunden überrascht oder in unverhältnismäßiger Weise benachteiligt. Eine Haftung für Verletzungen aufgrund von defekten Trainingsgeräten wird das Studio in den allermeisten Fällen wohl aber schon mal nicht ausschließen dürfen.

Update zum HSV

Der HSV will es nun also wagen: Wie bereits im Vorfeld berichtet, hat der HSV nun in seiner Mitgliederversammlung für eine Rechtsformveränderung gestimmt. Mit fast 80% der Stimmen wurde beschlossen, dass die Lizenzspielerabteilung aus dem Verein ausgegliedert werden und in eine AG umgewandelt werden soll. Damit wäre der Weg frei für Investoren. Die Stimmenmehrheit der AG soll aber immer beim Verein bleiben. Scheiche und Oligarchen mit Alleinherrschaftsansprüchen sind also nicht erwünscht. Die nächsten Monate werden also spannend: Zieht der Vorstand an einem Strang? Bleiben die Mitglieder geduldig? Finden sich tatsächlich Investoren? Wann werden die strukturellen Veränderungen “auf dem Platz” erkennbar…..

HSV entscheidet am 19. Januar über seine zukünftige Gesellschaftsform

Spannendes geschieht im hohen Norden. Der HSV, als einer der letzten Clubs in der Bundesliga als eingetragener Verein organisiert, entscheidet am 19. Januar über eine eventuelle Umstrukturierung in eine andere wirtschaftlich orientierte Rechtsform. Der „e. V.“ ist im Profisport ein Auslaufmodell. Die Clubs sind auf Gewinn, oder zumindest auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet, es werden Jahresumsätze in zwei- bis dreistelligen Millionenbeträgen produziert. Da passt der gemeinnützige Verein als Rechtsform nicht unbedingt…….Ob das moralisch und ethisch so alles in Ordnung ist? Eine andere Frage. Reden wir von Sport oder Unternehmertätigkeit? Egal, die Rechtsform spielt in allen Bereichen des Sports, in denen es um viel Geld geht – sei aufgrund der professionellen Betätigung  wie im Fußball oder sei es aufgrund der hohen Grundkosten wie im Golfsport – eine entscheidende Rolle, die aufgrund einer umfassenden individuellen Überprüfung gewählt werden muss. Wünschen wir dem HSV ein glückliches Händchen……

Eigener Umzug = Kündigungsgrund in Verein und Club??

Beim Umzug in eine andere Stadt taucht schnell die Frage auf. Was ist denn mit meinen  mit mindestens einjährigen Laufzeiten ausgestatteten Mitgliedschaften im Tennisclub oder im Fitnessstudio. Oftmals schauen die Mandanten mich ein wenig verdutzt an, wenn die Clubs auf Vertragserfüllung pochen: „Wenn mein Arbeitgeber mich in einer Stadt einsetzt…da kann ich doch nichts dafür…..ich kann die Mitgliedschaft doch gar nicht mehr nutzen!“ Richtig, aber der Club kann eben auch nichts dafür! Ein in Betracht kommender außerordentlicher Kündigungsgrund oder die so genannte „Störung der Geschäftsgrundlage“ ist grundsätzlich immer dann nicht möglich, wenn der Umstand für den Wunsch nach Vertragsbeendigung aus der eigenen Risikosphäre stammt. Macht auch Sinn: Der Club hat sich wirtschaftlich auf die Einnahmen aus der vollständigen Vertragserfüllung eingestellt und keinen Grund zur Kündigung gegeben. Im Endeffekt ist man auf die Kulanz des Clubs angewiesen……Vielleicht findet man ja irgendwie eine Einigung.