FAZ vom 07.07.2010: Musterverträge für Musterprofis?
Die FAZ beschäftigt sich in unregelmäßigen Abständen mit sportrechtlichen Fragestellungen. Einen interessanten Artikel von Herrn Milos Vec findet sich anlässlich der Veröffentlichung des Tagungsbandes des wfw-Sportrechtsseminars: „Das Persönlichkeitsrecht des Fußballspielers“ und der darin verfassten Ausarbeitung von Jörg Englisch mit dem Titel „Ausgestaltung der Persönlichkeitsrechte gegenüber den Vereinen und Verbänden im Fußballsport“.
Herr Vec setzt sich im zweiten Teil des Artikels kritisch mit der Entwicklung innerhalb des Profisports auseinander, die dazu führe dass innerhalb der Arbeitsverträge der Sportler deren Persönlichkeitsrecht immer weiter eingeschränkt würden. Die Einschränkungen reichten von der vertraglich vereinbarten Nutzung von Verbrauchsgütern, über die ihr privates Verhalten in der Öffentlichkeit bis hin zur Vorschreibung und Sanktionierung des Lebensstils außerhalb des Sportplatzes.
Diese bedenkliche Entwicklung würde oftmals mit den hohen Gehältern der Spieler entschuldigt und auf Floskeln wie einer „ausgewogenen Interessenabwägung“ verwiesen. Bezüglich des oben genannten Tagungsbeitrages bemerkt der Autor, dass von einer Veröffentlichung des Justiziars des DFB könne allerdings auch nicht eine allzu kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik erwartet werden.
Der Autor bringt eine Thematik in die Öffentlichkeit, dass weiterer Beobachtung verdient. Primär ist es an den Sportlern und auch insbesondere an ihren Beratern, nicht nur den kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg im Auge zu halten, sondern insbesondere dann, wenn sie es sich aufgrund ihrer Stellung im Leistungsbereich erlauben können, ihre Rechte einzufordern und auf eine faire Regelung hinzuarbeiten. Die deutschen Gerichte werden ihn dabei sicherlich zur Seite stehen.
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