Posts Tagged ‘Sportgericht’

Die Folgen des Ausfalls der „Champions Hockey League“

Der Fall:

Die Eishockey-Version der „Champions League“ dauerte nur eine Saison. Dann konnten die schwedisch-russischen Investoren ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Folglich konnte auch der veranstaltende internationale Eishockey-Verband die den Vereinen garantierten Preisgelder in Höhe von 10 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre nicht mehr auszahlen. Explizit diese Garantievereinbarung ist nun auch ein entscheidender Punkt in der zunächst nur vom SC Bern beim internationalen Sportgerichtshof in Lausanne eingereichten Klage. Der schweizerische Eishockeyclub macht geltend, durch den Ausfall der Champions Hockey League 400.000,- Euro an zugesicherten Preisgeldern entgangen zu sein. Zusätzlich habe der Club in Aussicht auf die Teilnahme Personalinvestitionen in Höhe von 600.000,- Schweizer Franken getätigt. Diese Ausfälle verlangt der SC Bern vom internationalen Verband ersetzt.

Der Ausblick:

Je nach Verlauf des Prozesses werden sich weitere Clubs der Klage anschließen. Sollte der Verband tatsächlich zur wirtschaftlichen Verantwortung gezogen werden,  würde dies eine finanzielle Katastrophe darstellen. In juristischer Hinsicht wird sicherlich darauf ankommen, zu was sich der Verband im „Champions League Agreement“ konkret verpflichtet hat. Zwischen wem sind überhaupt Verträge geschlossen worden? Waren mehr als zwei Parteien beteiligt, so wird sich die Frage stellen, gegenüber wem die entscheidenden Klauseln Wirkung entfalten sollten? Es bleibt interessant abzuwarten, in welche Richtung sich der Prozess entwickelt……

Einsatz eines angeblich “gelbgesperrten” Spielers / Bedeutung des Spielberichtsbogens

Der Fall:

Ein kurioser Sportrechtsfall ereignete sich im Mai in der 3. Liga des DFB. Einen Einblick gibt zunächst ein Artikel aus dem Onlineportal der Süddeutschen Zeitung vom 02.05.2010:

Leipzig (dpa) – Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes wird im Aufstiegskampf der Drittligisten zum Zünglein an der Waage. Am 3. Mai entscheidet das Gremium in Frankfurt/Main über einen Einspruch von Carl Zeiss Jena gegen die Wertung des mit 1:2 verlorenen Heimspiels gegen den 1. FC Heidenheim.

Nach Ansicht der Jenaer hatte der Gegner in Martin Klarer einen Spieler eingesetzt, der nach zehn Gelben Karten gesperrt gewesen sein sollte. Folgt das Sportgericht dieser Ansicht, würde die Partie mit 2:0 Toren und drei Punkten für die Thüringer gewertet. Diese würden mit dann 63 Zählern vor dem letzten Spieltag punktgleich mit dem Drittplatzierten FC Ingolstadt den Relegationsplatz zur 2. Bundesliga noch zum Greifen nahe haben. (weiterlesen…)

Zulässigkeit sportverbandsrechtlicher Sanktionen: Wertung eines Fußballspiels als „verloren“ wegen Unbespielbarkeit des Platzes.

Der Fall:

Aufgrund von Unbespielbarkeit des Platzes musste ein Fußballspiel abgesagt werden. Das zuständige Verbandsgericht wertete das Spiel mit Hinweis auf die geltende Spielordnung als für die Heimmannschaft verloren. Hiergegen klagte die Heimmannschaft vor den ordentlichen Gerichten. Sie verwies darauf, dass sie an der Unbespielbarkeit des Platzes keine Schuld treffe. Eine gegen sie gerichtete Sanktion in Form des Spielverlustes sei daher nicht rechtmäßig. (weiterlesen…)

Einsatz nicht spielberechtigter Sportler im Amateurbereich

Betrug beim TV Bopfingen

(Quelle: © Schwäbische Post vom 06.01.2010)

„Der TV Bopfingen hat die Jugendarbeit falsch verstanden“, sagt Sportgerichtsvorsitzender Herbert Mayer. Und deshalb wurde sowohl der Verein als auch der betroffene Spieler hart bestraft: 350 Euro Geldstrafe und fünf Monate Spielsperre gegen den 15-jährigen Betrüger verhängte das Gericht. Abteilungsleiter Hans Pfitzenmaier spricht von einem „unglaublichen Vorfall, der mir furchtbar peinlich ist und den ich erst erfahren habe, als es zu spät war“. Pfitzenmaier betont, dass „das klar gegen die Interessen des Vereins war und ich so etwas mit aller Macht bekämpfen werde“.

Was war passiert? (weiterlesen…)